In Deutschland gibt es 17 Atomkraftwerke, die ausnahmslos bis 2022 abgeschaltet sein sollen. Bis dahin ist, laut unserer Regierung, die ausreichende Stromversorgung durch erneuerbare Energien sichergestellt. Das heißt für uns, die Bevölkerung, aber nicht, das wir dann keinen Strom sparen sollen – im Gegenteil die Strompreise sinken durch den Atomausstieg sicher nicht. Aber was passiert mit den alten Reaktoren?
Uran-Spaltung stoppen
Der erste Schritt beim Abschalten eines Atomkraftwerks, ist die Stoppung der Uran-Spaltung. Dazu sind in das Becken der Brennstäbe sogenannte Steuerstäbe einzuführen, die die für die Uran-Spaltung verantwortlichen Neutronen einfangen. Damit ist die Kettenreaktion zur Erzeugung von Energie unterbrochen. Die Brennstäbe bleiben jedoch auch in einem heruntergefahrenen Atomkraftwerk so heiß, dass sie bis zu fünf Jahre in einem Abklingbecken, das sich außerhalb des Reaktors befindet, abkühlen müssen. Nur so lassen sich das Schmelzen der Brennstäbe und die damit verbundene Freisetzung von Radioaktivität vermeiden.
Während dessen kann der Rückbau beginnen. Rückbau heißt in diesem Fall, das Kraftwerk soll restlos verschwinden und am Ende soll, im Idealfall, eine grüne Wiese stehen. Das kann allerdings bis zu zehn Jahre Dauern und es entstehen Kosten zwischen 400 und 500 Millionen Euro.
Wiederverwertung der Rückbaumasse
Für den Rückbau sind natürlich unbedingt Firmen erforderlich die, die sich mit der Demontage von Industrieanlagen im Allgemeinen und der Demontage von Atomkraftwerken im Speziellen, auskennen. Diese Spezialisten wissen auch, welche Teile des Atomkraftwerks verstrahlt sind und welche sich, ohne Risiko, wieder verarbeiten lassen. Im Normalfall ist etwa lediglich ein Prozent der Baumasse, die in erster Linie aus Metall und Beton besteht, radioaktiv belastet.

